Neue Alte Welt

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Eine Selbstreflexion: Körper || Sport

Geschrieben von DerSinn am 06/04/2011

Ein leicht abzuhandelndes Thema!

Endlich ist es soweit: “Sport” ist das Thema dieses Artikels meiner Selbstreflexion. Und das ist dermaßen leicht abzuhandeln, dass es fast schon wieder schade ist. Denn … simpel gesprochen … gibt es nicht viel, was ich dazu sagen kann. Oberflächlich zumindest. Ich betreibe nämlich keinen.

Zumindest noch nicht und nicht mehr.

Andere Zeiten – andere Sitten…

Denn das war nicht immer so – wäre aber im Grunde immer so gewesen, hätte es nicht immer wieder Anlässe gegeben sich kurzfristig zu engagieren. So war es mir während meiner Zeit beim österr. Bundesheer1 absolut unmöglich zu sagen, dass ich bei den entsprechenden Übungen quasi “nicht mitmachen” wollte2. Da wurde nicht gefragt – sondern befohlen. Und das war (zumindest in dieser Hinsicht!) absolut sinnvoll. Denn nie davor hatte ich eine bessere Kondition vorzuweisen3. Zwar war ich während meiner gesamten Dienstzeit übergewichtig – doch war ich verhältnismäßig fit. Bis eine kleine Zehenoperation zu einem ungünstigen Zeitpunkt das Thema abgehakt hat jedenfalls.

Das ist jetzt 10 Jahre her und ich habe in der Zwischenzeit schon etliche Male mein Gewicht auf “normal” reduziert und wieder zugenommen. Man kann hier von einer circulativen Entwicklung sprechen – denn sobald ich erreicht habe was man bei der WHO als “gesund” bezeichnet, pfeife ich drauf und fresse mir die Kilo wieder an.

Aber ich schweife ab.

Warum meine augenblickliche Kondition schlecht ist…

Eigentlich fühle ich mich recht gesund. Bis zu dem Moment jedenfalls, an dem ich die dritte oder vierte Treppenstufe erklimme, denn dann beginnt oftmals schon das große Schnaufen. Im Hinterkopf weiß ich, dass das die Konsequenz einer unheilvollen Kombination aus folgenden Einzelkritikpunkten ist:

  • Ich rauche zuviel.
  • Ich habe das letzte Mal ein Fahrrad benutzt bevor ich beim Militär war.
  • Meine Spaziergänge führen mich entschieden öfter zu einer Futterhütte als direkt wieder heimwärts.
  • Meine Engagements in diversen Fitnessclubs scheitern grundsätzlich – aus verschiedenen Gründen.
  • Ich habe keine Lust auf Sport. Auch nicht in Mannschaftsform.

Und im Grunde genommen reicht das eigentlich schon wieder aus um zu erklären was mich zum zweitsportlichsten Menschen nach John Goodman4 macht.

Motivationsansatzpunkte

Eigentlich wäre mir das vollkommen egal. Die Wahrheit ist, dass ich vermutlich nie eine “Sportskanone” sein werde, um ein antiquiertes Wort zu strapazieren. Mir persönlich bedeutet es recht wenig umherzulaufen wie Arnold Schwarzeneggers kleiner Bruder. Aber es gibt auch für mich einen Punkt, an dem es “interessanter” wird etwas gegen den langsamen körperlichen Verfall zu tun: Ich habe Kinder. Und mein älterer Sohn ist in einer Phase, in der sich das Verhalten seiner Eltern noch wunderbar einprägt.

Ich selbst interessiere mich nicht für Fussball. Klar, ich freue mich, wenn meine “Lieblingsmannschaft” gewinnt, aber in Tat und Wahrheit ist es mir relativ egal was sich in der (ohnehin gänzlich unbedeutenden) österr. Bundesliga so tut5. Dennoch weiß ich um die Anziehungskraft und Motivationsspritze einer solchen gemeinschaftlich ausgeführten Sportart und um die Tatsache, dass sich die Fankultur zuweilen positiv auf die Eigenmotivation auswirken kann.

Wenn ich also für mich selbst schon nicht unbedingt danach strebe etwas zu tun so möchte ich doch, dass meine Söhne damit konfrontiert werden; vielleicht selbst einen solchen Sport ausüben wollen. Und wer, wenn nicht meine Wenigkeit, soll sie dafür begeistern? Eben.

Also habe ich begonnen mich schlau zu machen und eine Liste von Sportarten aufgestellt, die ich ohne weiteres beginnen könnte.

Sportarten für Zwischendurch

Da zählt zum Beispiel das klassische Laufen dazu. Equipment ist kaum nötig und die entsprechenden Wegstrecken sind in meiner unmittelbaren Umgebung auch zur Genüge vorhanden.

Krafttraining wäre eine andere Alternative. Wenn es etwas gab, das mir während meiner Zeit beim Heer gefallen hat, dann war es genau diese Art zu trainieren. Wenn ich vorhin geschrieben habe, dass es mir nichts bedeutet wie Arnold Schwarzeneggers kleiner Bruder durch die Stadt zu stolzieren, dann bedeutet das nicht, dass ich kein Interesse daran hätte sportlich auszusehen. Gelegenheiten es zu betreiben gäb’s jedenfalls genug. Zwar nicht in meiner Wohngegend – dafür aber quasi “direkt neben” meiner Arbeitsstelle.

Und Radfahren wäre auch eine Möglichkeit – hätte ich nur ein Fahrrad. Obwohl das an und für sich kein Problem darstellen sollte. ;)

Fankultur als Rückenwind

Wie schon beschrieben glaube ich, dass es Hilfreich wäre sich eine Art “Idol” aufzubauen. Und was das Anlangt waren bisher eher Persönlichkeiten von nur mäßig attraktiver Statur bei mir hoch im Kurs6. Deshalb habe ich mir überlegt, dass ich eine der Sportarten quasi “beobachten” sollte, die sich in meiner unmittelbaren Umgebung abspielen.

Um aufzuzeigen, dass es mir an Gelegenheiten auch in diesem Punkt nicht mangelt, werde ich ein paar davon erstmal aufzählen.

  • Fußball
    Eigener Fußballverein in Wohngegend, Lieblingsverein in der Bundesliga (Austria Wien)
  • Football
    Durch öffentliche Verkehrsmittel (relativ) schnell erreichbar wären etwa die Danube Dragons und die Vienna Vikings.
  • Eishockey
    Die Vienna Capitals liegen nur eine Buslinie weit entfernt.

Auf diesem Gebiet gibt’s also auch keine großen Ausreden. Eigentlich.

Konklusio

Man kann sagen, dass mir meine eigene Faulheit im Wege steht, ich das weiß und es mich (oberflächlich) nicht stört. Tatsächlich weiß ich aber, dass die Folgen dieses Verhaltens mich sehr wohl stören. Vor Allem dann, wenn sich dieses als Mem in meiner Familie weiter fortpflanzt (wie es das bei mir selbst ja schon getan hat). Mir ist also bewusst, dass ich etwas daran ändern muss – und das möglichst solange meine Kinder noch davon so geprägt werden, dass es für sie eine Selbstverständlichkeit ist.

Ich habe in diesem Post eine Menge Möglichkeiten aufgezählt; hauptsächlich um mir selbst aufzuzeigen, dass jede Ausrede eigentlich nur mehr dann funktioniert, wenn plötzlich sämtliche Vereine rund um mich zusperren und ich nicht mehr Laufen kann weil mir das “Equipment” kaputt ging (barfuß läuft es sich nicht besonders toll…).

Damit diese Selbstreflexion also auch einen Sinn hat, muss ich diese aufgelisteten Punkte tatsächlich verinnerlichen7. Deshalb habe ich mir vorgenommen, dass ich über den Fortschritt weiter berichten werde – um quasi eine “Kontrollmöglichkeit” für Außenstehende zu bieten. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht bald einen Muskelkater zu Stande brächte wie jeder andere, vernünftige (aber unsportliche!) Mensch auch… :mrgreen:


Anmerkungen

1 Die zum überwiegenden Teil auch noch freiwillig abgeleistet war!
2 Man gestatte mir die Anmerkung: Es wäre wohl möglich gewesen. Alleine es hätte zu einer höheren Anzahl von Übungen oder Wiederholungen geführt und wäre somit eher kontraproduktiv gewesen… :mrgreen:
3 Unnötig zu sagen, dass danach auch nicht viele Momente kamen, in denen ich meine Kondition von damals übertroffen hätte…
4 Keine Ahnung mehr wer das gleich war? Kein Problem. Bitte hier entlang.
5 Mein Verhältnis zum Fussball ist ambivalent. Einerseits interessiert’s mich nicht – andererseits kann ich es nicht ertragen, wenn der Erzrivale meiner (vor allem früheren) Lieblingsmannschaft gewinnt. Aber das ist ja hier nicht das Thema… :D
6 Oder auch solche, die eine sehr attraktive Figur hatten, weil sie Frauen waren. In dieser Hinsicht können diese Persönlichkeiten also nur schwer als Ikone gelten.
7 Das ist die Tücke meiner Selbstreflexion. Ich bin gnadenlos ehrlich zu mir selbst und würde ein “weil ich das so will” nicht akzeptieren ohne zu hinterfragen wie es wirklich ist. Jedes Mal, bevor ich aufschreibe, dass mich etwas “nicht interessiert” (oder ähnliches), versuche ich vorher Anhaltspunkte für das Gegenteil zu finden und lasse meine Finger nur dann die entspr. Tasten drücken, wenn ich keine gefunden habe. Das alles heißt aber leider noch nicht, dass ich auch immer die Konsequenzen daraus ziehe oder die Priorisierung angemessen anpasse…

5 Antworten zu “Eine Selbstreflexion: Körper || Sport”

  1. rainer sagte

    Lieber Daniel,

    es ist sehr verständlich für mich was Du schreibst. Ich persönlich treibe zwar wieder Sport und es macht mir auch Freude, aber dies ist wirklich körperlich. Begeisterung für Sportarten in dem Sinne kenne ich ebenfalls nicht…

    Liebe Grüße Rainer

  2. Lieber Daniel,

    warum stehen auf deiner Liste eigentlich nur Vollkontakt-Sportarten? :) ) Ich könnte mir dich z. B. auch sehr gut beim Babyschwimmen (Aquafitness? *) mit Baby-Tom vorstellen. Sicher gibt es auch noch viele andere Kindersportarten und – stätten wo sich ein echtes Mannsbild vorbildlich einbringen kann!

    Schwimmen verbrennt übrigens hervorragend Kalorien und modelliert, ganz nebenbei, eine tolle Figur ;)

    Alles Liebe
    Anna

    * Gibt es so etwas überhaupt für Babys? Ich weiß es leider nicht …

    • DerSinn sagte

      Hoi!

      Gute Frage, eigentlich. Vielleicht ist das ein Seeschlitz in einer Testosteron-Burka? Keine Ahnung. :mrgreen:

      Schwimmen gehe ich sogar verhältnismäßig häufig. Wobei die eine fixe Größe zur Berechnung dieses Verhältnisses “niemals” und das andere “Es vergeht keine Epoche, die ich erlebe und nicht schwimmen war.” ist. Vielleicht bin ich als Österreicher durch (den mir gänzlich unsympathischen) Markus Rogan vorbelastet? *lach*

      lG,
      Daniel

      PS: An meine Männlichkeit zu appellieren bringt nichts. Ich bin ein Weichei. ;)

      PPS: Ja, gibt’s tatsächlich! Leider zu so ungünstigen Zeiten, dass nur jemand in Elternurlaub das machen kann – und meine Frau will nicht. Ob ich selbst diesmal in “Karenz” (wie das bei uns heißt) gehe, ist noch ungewiss und ergibt sich aus den Bedürfnissen des Familienbetriebs, in dem ich arbeite.

      • Hellöle,

        ich meinte eigentlich, dass gerade die echten Männer zu sich und ihrer weichen Seite stehen. Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt? ;)

        Du wirst einen Weg für dich und deine Söhnen finden Daniel, da bin ich mir sicher, und ich bin gespannt, welcher es sein wird!

        Alles Liebe
        Anna

        PS: Familienbetrieb – ach herje, DAS bedeutet viel Arbeit! Aber vielleicht klappt’s ja doch? Daumen sind gedrückt!

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