Archiv fürIrren ist biblisch

Heidenverstand: Um was geht es (uns) eigentlich? (Teil 1)

Wenn man die religiösen Diskussionen der letzten Zeit so verfolgt – und dabei sich selbst genauso kritisch betrachtet wie alle anderen – dann kann man eine Feststellung nicht umgehen: Wir reden aneinander oft vorbei. Aber woran liegt das? Was treibt uns dazu, uns gegenseitig falsch zu verstehen?

In stundenlangen Gesprächen bewegen wir uns pausenlos im Kreis. Ich habe selten Menschen miteinander über dieses Thema „philosophieren“ gehört, die (trotz gegensätzlicher Ansichten) zufrieden aus einem solchen gingen. Und der Grund dafür ist eigentlich immer der Gleiche: Frust darüber, dass im Endeffekt niemand etwas dazulernt. Klar – es gibt Ausnahmen. Zumeist dann, wenn einer der beiden Gesprächspartner sowieso schon vorher eigene Zweifel aufgebracht hat. „Missionierungen“ – ob diese nun christlich, atheistisch oder sonstwie sind – schlagen häufig fehl und erzeugen eine Menge Unmut. Können wir selbst etwas gegen diesen Umstand tun? Was ist dann das richtige Verhalten?

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Irren ist biblisch: Hallo Nachbar: Götter der Bibel (Teil 2)

Martin Luther, mutiger Pionier des evangelischen Christentums

Martin Luther, mutiger Pionier des evangelischen Christentums

Wenn Martin Luther von einem Wäldchen erzählt, dann würde ich skeptisch werden. Was in seiner Bibel-Übersetzung nämlich ein friedlicher Hain ist, stellt in Wahrheit das Symbol der alten sumerischen Göttin Ascherah da – die ihrerseits mit dem Gott „El“ verheiratet ist.

Seine Aversion gegen die mächtige Gemahlin des später als jüdisch / christlicher Hauptgott aktiven „El“ zieht sich übrigens durch die Gesamte Übersetzung und wurde erst in der revidierten Ausgabe erfolgreich „beendet“. Dabei verwundert’s einen nicht, dass er als Anhänger einer monotheistischen Religion ein Faktum hätte verschweigen wollen: Die (göttliche) Gattin seines einzigen Gottes ist nämlich Mutter. 70-fach.

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Irren ist biblisch: Hallo Nachbar: Götter der Bibel. (Teil 1)

Nachbarschaftschroniken einmal anders: Die Bibel.

Nachbarschaftschroniken einmal anders: Die Bibel.

Man sollte annehmen, dass die Betriebsanleitung einer monotheistischen Religion nur einen einzigen Gott kennt. Genau das ist nicht so – denn es gibt eine ganze Reihe Götter in der Bibel; nicht einmal der „Protagonist“ trägt nur einen einzigen Namen. Werfen wir also einen Blick in die göttliche Nachbarschaft und lassen uns in dieser mehrteiligen Serie von Hinweisen auf andere Götter im Universum berieseln…

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Irren ist biblisch: Sprechen Sie aramäisch?

Jesus am Kreuz

Jesus am Kreuz

Heute wollen wir uns einmal dem neuen Testament zuwenden – und einem Thema, das wesentlich mehr Fragen aufwirft, als man zunächst ahnt. Und diesmal will ich versuchen den Zynismus außen vor zu lassen, damit auch unsere christlichen Freunde etwas davon haben. ;)

Ein einfacher Satz – ein einfaches Missverständnis von jemandem, der unserer Sprache nicht mächtig ist, führt in unserer Zeit hauptsächlich zu nicht bestellten aber gelieferten Pizzen oder erbosten Gesichtern auf Seiten eines Kellners und seiner Gäste. Geht es aber um Grundprinzipien einer Weltreligion können solche Übersetzungsfehler dramatische Folgen haben…

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Irren ist biblisch: Die untote Kuh des Pharao

Einen wunderschönen guten … äh – Abend oder Morgen? Egal. Hier jedenfalls eine weitere Ausgabe von „Irren ist biblisch“. In der Hauptrolle: Moses.

Meere oder Schädel - Hauptsache Spaltung: Moses

Moses, wie wir ihn kennen und lieben.

Wer kennt die Geschichte vom glorreichen Auszug der israelischen Sklaven nicht? Von den Ägyptern im Joch gehalten fristen diese Burschen ein furchtbares Dasein – bis schließlich der biblische Gott ihnen eine Fluchtmöglichkeit eröffnet: seinen Gesandten Moses. Eigentlich seltsam, da Moses nicht nur Selbstzweifel hat, sondern offenbar tatsächlich nicht besonders gut dazu geeignet war zu sprechen; immerhin hat er selbst diesen Einwand vorgebracht, woraufhin Jahwe zwar Mose mit dem Auftrag betraut – für den aber Aaron sprechen musste. Naja. Effizienz ist anders…;)

2. Mose 6,12-13

12 Mose erwiderte dem Herrn: Wenn schon die Israeliten nicht auf mich hörten, wie sollte mich dann der Pharao anhören, zumal ich ungeschickt im Reden bin?

13 So redete der Herr mit Mose und mit Aaron. Er gab ihnen den Auftrag, zu den Israeliten und zum Pharao, dem König von Ägypten, zu gehen und die Israeliten aus Ägypten herauszuführen.

Naja, was soll’s. Widmen wir uns wieder der eigentlichen Geschichte…

Das untote Vieh der Ägypter

Untote Kuh, wie wir sie heute kennen...

Untote Kuh, wie wir sie heute kennen...

Hinlänglich bekannt ist, dass der erwähnte Gott den Feinden seines Volkes mit Plagen drohte – und diese dann auch tatsächlich wahr machte. Neben einigen anderen Plagen, tritt eine Verkettung ebensolcher auf, die ich besonders interessant finde. Passt auf…

2. Mose 9,1-6

1 Wieder sprach der Herr zu Mose: Geh zum Pharao und sag zu ihm: So spricht Jahwe, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, damit sie mich verehren können.

2 Wenn du dich weigerst, sie ziehen zu lassen, und sie immer noch festhältst, 3 wird die Hand Jahwes dein Vieh auf dem Feld, die Pferde und Esel, die Kamele und Rinder, die Schafe und Ziegen, überfallen und über sie eine sehr schwere Seuche bringen.

4 Aber Jahwe wird einen Unterschied zwischen dem Vieh Israels und dem Vieh der Ägypter machen; nichts von dem, was den Israeliten gehört, wird eingehen.

5 Auch den Zeitpunkt hat Jahwe schon festgesetzt: Morgen wird Jahwe das im Lande tun.

6 Am folgenden Tag tat es der Herr. Alles Vieh der Ägypter ging ein, vom Vieh der Israeliten aber ging kein einziges Stück ein.

Soweit so gut. Also tötet Jahwe das Vieh der Ägypter. ALLES Vieh der Ägypter. Ich wiederhole: ALLES Vieh der Ägypter. Seltsamer Weise findet sich darüber nirgends ein Eintrag. Vermutlich hat’s einfach nur keiner bemerkt, denn das Vieh erlebt eine wundersame „Wiederauferstehung“ (Soll übrigens im „Neuen Testament“ dann später eine Art running-Gag werden. Dort steht pausenlos jemand wieder auf…).

Als der Uneinsichtige Pharao sie nicht ziehen lies, setzt Jahwe Plan B ein.

2. Mose 9,8-11

8 Da sprach der Herr zu Mose und Aaron: Holt euch eine Hand voll Ofenruß und Mose soll ihn vor den Augen des Pharao in die Höhe werfen.

9 Er wird als Staub auf ganz Ägypten niedergehen und an Mensch und Vieh Geschwüre mit aufplatzenden Blasen hervorrufen, in ganz Ägypten.

10 Sie holten den Ofenruß, traten vor den Pharao und Mose warf ihn in die Höhe. Da bildeten sich an Mensch und Vieh Geschwüre mit aufplatzenden Blasen.

11 Die Wahrsager konnten wegen der Geschwüre Mose nicht gegenübertreten, sie waren wie alle Ägypter von Geschwüren befallen.

Leider war das Vieh der Ägypter in Wahrheit vermutlich unpässlich – weil TOT. Naja … so eine Kuh lässt sich doch von soetwas banalem wie dem eigenen Dahinscheiden nicht aufhalten, oder? Kennt man ja von den Konversationen mit dem mittäglichen Steakteller.

…doch es geht noch weiter:

2. Mose 9,17-19

17 Wenn du dich weiterhin als den großen Herrn über mein Volk aufspielst und sie nicht ziehen lässt,

18 dann lasse ich morgen um diese Zeit ein sehr schweres Hagelwetter niedergehen, wie es in Ägypten seit seiner Gründung bis auf den heutigen Tag noch keines gegeben hat.

19 Und nun schick Leute aus, bring dein Vieh in Sicherheit und alles, was dir auf dem Feld gehört. Auf alle Menschen und auf das Vieh, das auf dem Feld bleibt und nicht unter Dach gebracht wird, geht der Hagel nieder und erschlägt sie.

Verdammt noch eins – welches Vieh?! Ich geb’s auf…

Der Feind als Marionette

Nur die zweitbekannteste Marionette der Welt: Pinocchio

Nur die zweitbekannteste Marionette der Welt: Pinocchio

Zunächst – kann sich jeder an den Zorn erinnern, den Jahwe seinen Konkurenten entgegen bringt? Und jedem, der an einen anderen Gott glaubt als an ihn? Dann ist diese Zeile hier umso befremdlicher, stellt sie doch ein willkürlich gefälltes Todesurteil:

2. Mose 7,1

1 Der Herr sprach zu Mose: Hiermit mache ich dich für den Pharao zum Gott; dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein. Wie Gott durch einen Propheten zu Menschen redet, so soll Mose durch seinen Bruder Aaron zum Pharao reden.

2 Du sollst alles sagen, was ich dir auftrage; dein Bruder Aaron soll es dem Pharao sagen und der Pharao muss die Israeliten aus seinem Land fortziehen lassen.

Der Pharao kann sich gar nicht wehren und hat es also tatsächlich mit einem Gott zu tun. Der Arme.

Aber es geht noch weiter. Denn nicht nur, dass er Moses diese Macht verleiht (auch wenn sie natürlich in Wirklichkeit von Jahwe selbst ausgeht und von diesem scheibchenweise erklärt wird), spielt er dem Pharao weiter übel mit:

2. Mose 7,3-5

3 Ich aber will das Herz des Pharao verhärten und dann werde ich meine Zeichen und Wunder in Ägypten häufen.

4 Der Pharao wird nicht auf euch hören. Deshalb werde ich meine Hand auf Ägypten legen und unter gewaltigem Strafgericht meine Scharen, mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führen.

5 Erst wenn ich meine Hand gegen die Ägypter ausstrecke, werden sie erkennen, dass ich der Herr bin, und dann werde ich die Israeliten aus ihrer Mitte herausführen.

Wir erinnern uns daran, dass Moses bei den Seuchen (zB. bei der ersten erwähnten Seuche hier, die in Wirklichkeit bereits Nummer 4 ist) folgendes zum Pharao sagt: „Lass mein Volk ziehen, damit sie mich verehren können. Wenn du dich weigerst, sie ziehen zu lassen, und sie immer noch festhältst, wird die Hand Jahwes dein Vieh auf dem Feld [...] überfallen und über sie eine sehr schwere Seuche bringen.“? Schön. Denn wie im Zitat oben gezeigt ist er selbst es, der den Pharao sich dagegen verwehren lässt.

"Hör' auf Dich selbst zu schlagen!"

"Hör' auf Dich selbst zu schlagen!"

Klassischer Fall für Nelson Muntz (wie man immer wieder in den Simpsons bewundern kann…).

Fazit

Der Auszug der Ägypter hat nicht nur niemals stattgefunden (darüber nächstes Mal), sondern war auch noch höchst mysteriös. Mich würd’ ja nur brennend interessieren, ob die untoten Kühe heute noch in Ägypten herumkrebsen und von diversen Pusteln übersäht sind…;)

Euer
Daniel

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